Geschichte
Ereignisse in der Vergangenheit.

04.02.2014 um 09:12 Uhr - Peter
Geschichte des Wasserballspiels
Zum Ursprung des Wasserballspiels +-

Zum Ursprung des Wasserballspiels gibt es verschiedene Entstehungsgeschichten. Eine Variante sieht die Wurzeln des Spiels in einem Wettbewerb unter Seeleuten im Londoner Themse-Hafen. Auf Fässern reitend, die mit hölzernen Pferdeköpfen verziert waren, mussten sie möglichst schnell eine gegebene Strecke im Wasser zurücklegen. Später sollen sie auch noch versucht haben, mit einem Stock einen kleinen Ball vor sich herzutreiben. Aus dieser Nachahmung des Pferde-Polo-Sports soll die Bezeichnung "waterpolo" entstanden sein.
Wahrscheinlicher ist die Entstehungsvariante, wonach sich die Sportart Mitte des 19. Jahrhunderts aus einer Art "Rugby im Wasser" entwickelte, welches in den Flüssen und Seen Englands gespielt wurde. In den frühen Spielen kam ein luftgefüllter Ball zum Einsatz, der ursprünglich aus den indischen Kolonien stammte und als "pulu" bekannt war (das indische Wort für alle Art Bälle). Von den Engländern wurde es "polo" ausgesprochen und mit "water polo" sowohl der Ball wie auch das Spiel bezeichnet. Gelegentlich dienten verankerte Ruderbote als Tore, in die der Ball abgelegt werden musste.
Im Jahr 1870 legte der Londoner Schwimmverband einige Regeln für Spiele in Hallenbädern fest. Als Einlagespiel sollte Wasserball mehr Zuschauer zu den Schwimmvorführungen locken.
Zunächst erzielten die Spieler einen Treffer, indem sie den Ball am Beckenrand mit beiden Händen ablegten (ähnlich dem "touch-down" beim American Football). Ein beliebter Trick bestand darin, den 15 bis 25 cm großen Ball im Schwimmanzug zu verstauen und im trüben Wasser bis nahe ans Ziel zu tauchen. Kamen die Spieler dem Rand jedoch zu nahe, liefen sie Gefahr, vom Torhüter angesprungen zu werden, der sich außerhalb des Beckens aufhalten durfte.
Die Begegnungen waren oft nichts anderen als Gruppenkämpfe im Wasser, bei denen sich die Spieler kaum um den Ball kümmerten und stattdessen Unterwasserringkämpfe bevorzugten. Diese endeten gewöhnlich damit, dass ein Spieler bewusstlos zur Wasseroberfläche trieb. - Die Spieler dieser Zeit waren in der Regel keine durchtrainierten Schwimmer mit stark entwickeltem Oberkörper, wie man sie heute kennt. Das Kraulschwimmen war noch unbekannt. Man bewegte sich im Bruststil oder bevorzugt mittels Seitenschwimmen vorwärts (ein Arm wurde über Wasser nach vorne geführt).
John Trugde aus London brachte einen effizienteren Schwimmstil nach Europa, den er bei einem südamerikanischen Indianerstamm gesehen hatte. Der "Trudgeon"-Stil kann als Vorläuferstufe des Kraulschwimmens betrachtet werden. Beide Arme wurden nun über Wasser nach vorne gebracht und die Beine führten einen Scherenschlag aus. Der Stil war geprägt von einer heftigen Rollbewegung des Oberkörpers und hatte noch nichts von der Bewegungseleganz des heutigen Kraulschwimmens.
Die Einführung des "Trugdeon"-Stils durch schottische Spieler führte zu einem veränderten Charakter des Spiels. Der Schwerpunkt verschob sich mehr auf das Schwimmen, auf die Geschwindigkeit und das Passspiel. Die darauf zugeschnittenen "Schottischen Regeln" veränderten das Wesen des Wasserballspiels von einer Rugby-Varinate zu einer fußballähnlichen Spielweise.

Die Tore bestanden aus einem Käfig von 10 x 3 feet (entspricht schon weitgehend den heutigen Abmessungen) und ein Treffer konnte nun durch Werfen des Balls erzielt werden. Ein Spieler durfte nur angegriffen werden, wenn er den Ball "hielt" und der Ball durfte nicht mehr unter Wasser genommen werden. Der kleine Gummiball, der wahrscheinlich der Sportart den Namen verlieh, wurde durch einen ledernen Fußball ersetzt. Um ihn wasserfest zu machen, wurde er mit Fett eingerieben.
In den USA wurde das Wasserballspiel 1888 eingeführt. Das Spiel verkörperte noch den alten Rugby-Stil, der an "American Football" im Wasser erinnerte. Die "Amerikanische Art" des Spiels war äußerst beliebt. In den späten Neunzigern wurde nationale Meisterschaften an Austragungsorten wie dem Madison Square Garden und der Boston Mechanics Hall ausgetragen und schlugen 14000 Zuschauer in ihren Bann.
Das Spiel jener Tage beinhaltete Elemente wie den "springenden Lachs", bei dem der ballführende Spieler vom Rücken seiner Mannschaftskameraden hoch in die Luft sprang, um einen Treffer zu erzielen. Für die Zuschauer ging die größte Anziehungskraft des Spiels von der ausgeübten Gewalt aus. - Während die Amerikaner immer noch den alten Rugby-Stil favorisierten, wandten sich die Europäer schon vermehrt den "Schottischen Regeln" zu. Deutschland und Österreich entschieden sich 1894 für die zivilisiertere Variante, Frankreich folgte 1895, Ungarn 1889 und Belgien schließlich im Jahr 1900. Um die Jahrhundertwende war Wasserball so populär, dass es als erste Mannschaftssportart ins olympische Programm aufgenommen wurde. Großbritannien sicherte sich in Paris (1900) die erste Goldmedaille vor Belgien und Frankreich.
1920 gab es in Antwerpen das ungewöhnlichste Spiel. Italien sollte gegen Schweden spielen, doch den Italienern war das Wasser zu kalt. So trat lediglich der Kapitän gegen die komplette Schweden-Mannschaft an. Beim Stand von 7:0 gab er erschöpft auf.


Quelle: TU Clausthal


13.03.2013 um 14:38 Uhr - Marius



Das alte Schwimmbad und die Berufsschule am Brabanter Platz wurden 1929/30 vom langjährigen Hürther Amtsbaumeister Albert Lüttgenau im modernen, sachlich-funktionalen Stil der 20er-Jahre errichtet und stehen seit 1987 unter Denkmalschutz. Vor allem die Architektur des Schwimmbades beeindruckt durch ihre strenge Symmetrie, die starke Betonung geometrischer Formen und die Verwendung kubistischer Gestaltungselemente. Bau und Unterhaltung eines derart großzügigen, zu Wettkampfzwecken geeigneten Hallenbades waren seinerzeit für eine Landgemeinde ganz außergewöhnlich und der Gemeinde Hürth nur aufgrund der reichen Steuereinnahmen durch die Knapsacker Großindustrie möglich.


Ausschnitt aus der Internetpräsenz der Stadt Hürh


18.04.2012 um 18:07 Uhr - Peter
GESCHICHTE DES SCHWIMM-VEREIN "SPARTA" HÜRTH E.V.

HÜRTH im Jahre 1930. +-
In diesem Jahr ging die von Amtsbaumeister
Lüttgenau und dem Architekten Pilgram entworfene Schwimmhalle
ihrer Vollendung entgegen. Mit Vorhandensein einer Schwimmhalle tauchte
auch der nächstliegende Gedanke, nämlich die Gründung eines Schwimmklubs
auf. Das lebhafteste Interesse für das Zustandekommen einer
Schwimmabteilung zeigte der Fußballklub BC Hürth 1919 und besonders
der damalige l. Vorsitzende August Stein setzte sich sehr für diese Angelegenheit
ein. Auf einer Versammlung dieses Vereins wurde das Thema berührt, und alle Anwesenden waren einstimmig für eine Einbeziehung einer Schimmabteilung in den Ballspielklub. Dieser gefaßte Beschluß wurde dann auch tatkräftig verwirklicht.
Mit der am 24, April 1930 erfolgten Einweihung der Schwimmhalle war
auch die Gründung der Schwimmabteilung „Sparta“ des BC Hürth verbunden,
deren Betreuung der Schwimmkamerad Josef Rohde übernahm.
An der Wiege der jungen Sparta stand als Pate ein Kölner Großverein
und zwar SSC Sparta Köln unter dem Vorsitz von Herrn Michel Hollmann,
Der Damenschwimmklub „Rheingold“ Köln sowie der SSC Sparta Köln
unterstützten die junge Schwimmabteilung in dem Bemühen sofort einen
geordneten Schwimm- und Trainingsbetrieb aufzuziehen. Dem Verein standen
damals von Seiten der Gemeinde wöchentlich 2 Übungsstunden zur
Verfügung. Mit immer größer werdender Mitgliederzahl zeigten sich auch
die ersten Erfolge. So holte Kaspar Schmitz im Kunstspringen die erste
Bezirksmeisterschah nach Hürth,
Die immer größer werdende Besucherzahl der Schwimmabteilung zeigte
nun aber auch seine Nachteile und zwar war es dem Vorstand des
Ballspielklubs nicht mehr möglich, für eine einwandfreie Betreuung des
Fußballs auf der einen und des Schwimmens auf der anderen Seite zu
Sorgen. Im beiderseitigen Einvernehmen wurde dann im Jahre 1933 eine
Trennung durchgeführt.
Nunmehr wurde ein selbständiger Verein unter dem Namen –Schwimm-
Verein „Sparta“ Hürth e.V.- gegründet. Unter dem Vorsitzenden August
Stein und dem Sportwart Willy Kämmerer machte der Verein große Fortschritte,
Sportwart Willy Kämmerer verstand es die Jugend zu begeistern
und zu tüchtigen Schwimmern heranzubilden. Nach einigen Jahren harter
Arbeit konnte sich der Verein schon mit der deutschen Spitzenklasse
messen und trug viele Siege heim,. Auch bemühte sich der Verein größere
Veranstaltungen nach Hürth zu bekommen. Im Springen waren es
Europameister Riebschläger, Olympiasieger von 1936 Jonny Weiß, Heinz
Blummans, Heinz Aderhold sowie die gesamte Spitzenklasse im Springen.
An Schwimmvereinen waren u, a. Hamburg, Bremen, Hannover und Berlin
bei der Sparta zu Gast. Die Frage „wo liegt Hürth?" wie es in einer
Anfrage an den Verein einmal hieß, brauchte nun nicht mehr gestellt
zu werden, denn Hürth war auch schon vor dem 2, Weltkrieg ein allen
bekannter Gegner geworden. Als Einzelschwimmerin ragte besonders
Frieda Schutt über 200 m Brust hervor, der es gelang, 3 Jahre hintereinander die Gaumeisterschaft zu erringen, Aber auch im Kunstspringen zeigten sich weitere Erfolge, so wurde Josef langen mehrmals Gaumeister und Jugendbester und schaffte es bei den Deutschen Meisterschaften bis zu einem 5. Platz. Von einer Norddeutschlandreise die über Hildesheim, Osnabrück, Hannover, Bremen und Hamburg führte, kehrte die damalige Sportabteilung ungeschlagen zurück. In emsigem Training wurden Leistungen erzielt, die uns 1939 in der 4 x 200 m Bruststaffel mit Kirchner-Vogel-Köser - Gischau (wobei der schlechteste 2 : 52 min, schwamm) bestimmt erstmalig eine Deutsche Meisterschaft eingebracht hätte. Aber es hat nicht sollen sein, denn viele erstklassige Schwimmer (Vogel, Köser,
Gebr, Biedenbach, Gischau, Kirchner, Kuhn, Böhmer, Longen usw,) wurden
zu den Waffen gerufen, Der Schwimmbetrieb konnte nur noch in kleinem Rahmen durchgeführt werden, Das Kriegsende 1946 sah leider nur noch wenige von den alten Sportlern in den Reihen des Vereins, Aber mit aller Energie wurde an den Wiederaufbau herangegangen. Schon im Jahre 1948 startete die erste Mannschaft zu Wettkämpfen in Hannover und Bremen und knüpfte damit an die alte Vereinstradition an, In dieser Zeit erschien dann auch ein junges Talent in den Reihen der Sparta, - Hans Hirsch - heute ein Name im deutschen Schwimmsport. Er war bereits mit 8 Jahren der beste Kraulschwimmer in der Schule. Er nahm im
Jahre 1948 erstmalig an Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften teil und wurde am 7. und 8. August 1948 bei den Jugendwettkämpfen in Rheda Sieger über 200 m Kraul. Betreut von Hans Clemens Wolff schritt er von Erfolg zu Erfolg. Gekrönt wurde seine Schwimmerlaufbahn durch die Erringung des deutschen Meistertitels über 100 m Kraul-Freiwasser 1953/54 und dem Titelgewinn eines 100 m Kraul-Hallenmeisters 1954/55 (Doppelmeister).
Aber auch in gesellschaftlicher Hinsicht hat der Verein keine Mühe und Arbeit gescheut seinen Mitgliedern gerecht zu werden. So sind besonders die alljährliche Sitzung unter der Leitung des Präsidenten Herrn Peter Bause und die immer mehr beliebt werdenden Kindersitzungen unter der Leitung von Herrn Rektor Bernhard Weber zu erwähnen.
Somit erhofft sich der Verein für die Zukunft seine Aufgabe im Interesse
der Jugendertüchtigung auch auf breiter Basis erfüllen zu können. Er wird
immer dem einen Ziel zustreben, möglichst viele Jugendliche dem schönen Schwimmsport zuzuführen, den Leistungssport zu fördern und so vielen
Gelegenheit zu geben das Schwimmen volkstümlich und sportlich zu
betreiben. In dieser Hinsicht dürfen wir der Mitarbeit der Herren Biedenbach,
Nietgen, Lemper, Hirsch sen. und Kämmerer nicht vergessen, die sich durch ihre uneigennützige Aufopferung den Dank des Vereins verdient haben. Möge sich die Entwicklung, die der Verein in den letzten Jahren genommen hat, weiter zum Besten des deutschen Schwimmsports auswirken.

[Auszug aus der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des Schwimm-Verein Sparta 1955]

18.04.2012 um 17:35 Uhr - Peter
25 JAHRE WASSERFREUNDE HÜRTH

Im Jahre 1930 ... +-
wurde der sportfreudigen Jugend der Gemeinde Hürth durch die Gemeindeväter eine herrliche Schwimmhalle geschaffen. Schon Monate vor der
Fertigstellung dieser neuen Sportstätte fanden sich Schwimmsportbegeisterte, die bei Schlesinger in Hürth die Freie Wassersportvereinigung Groß-Hürth ins Leben riefen
Sofort wurde auch mit Trockenübungen in dem betreffenden Saal begonnen. Als
dann am 24. April 1930 die Einweihung der Schwimmhalle erfolgte, konnte schon
ein organisierter Hürther Schwimmverein an den Eröffnungsfeierlichkeiten teilnehmen.
Der Verein befaßte sich zunächst mit der Ausbildung der überaus zahlreichen
Nichtschwimmer. Aber auch die Schwimmer wurden weiter ausgebildet, sa daß
schon im Jahre 1931 dem Rettungsdienst in Rodenkirchen die ersten Rettungs.
schwimmer zur Verfügung gestellt werden konnten. Die ersten Schwimmfeste brachten sportliche Erfolge und Zuschauerrekorde, wie sie wohl heute kaum noch erreicht werden. Es wäre ja auch zu schön, wenn uns die Gemeindeverwaltung noch einmal auf die höchstzulässige Besucherzahl aufmerksam machen müßte, wie es aus baupolizeilichen Gründen damals der Fall war.
Leider wurde die segensreiche Tätigkeit des Vereins im Jahre 1933 jäh unterbrochen, als im Zuge der „Gleichschaltung“ der Arbeiter• Turn- und Sportbund sowie die ihm angeschlossenen Vereine aufgelöst wurden. Damit war gewaltsam der organischen Entwicklung des Vereins ein Ende gesetzt und es sollte 12 Jahre dauern, ehe diese Entwicklung fortgesetzt werden konnte.
Im Jahre 1945 waren es dann einige der "Alten", die den Verein neu ins Leben
riefen. Wenn in diesem Zusammenhang ein Mann besonders erwähnt werden soll,
dann unser verstorbener I. Vorsitzender Wilhelm Giechau. Er hat in wirklich selbst-
loser Hingabe sich des Vereins, besonders aber dessen Jugend angenommen. Das
gemeinsame Wiederaufbauen in den ersten Nachkriegsjahren bewirkte ein starkes
Zusammengehörigkeitsgefühl, welches über alle Schwierigkeiten hinweghalf. Schon
nach einem Jahr konnten die ersten Schwimmfeste mit unseren Schwimmern beschickt werden. Namen wie Düsseldorf, Wuppertal, Gladbeck, Neuwied, Bonn und Köln sind für uns Orte schöner Erfolge und Erinnerungen. Eben so schön und erfolgreich waren unsere eigenen Schwimmfeste in der Hürther Schwimmhalle. Unsere Wasserballmannschaft zählte in kurzer Zeit zu den besten des Bezirks. Daneben vergaßen wir aber den Rettungsdienst nicht, dessen gefahrvolle Tätigkeit mit mehreren anerkannten Lebensrettungen belohnt wurde.
Der Verein wurde sofort nach der Neugründung Mitglied des Deutschen Schwimmverbandes und nahm später an Stelle des alten Namens „Freie Wassersportvereinigung Groß•Hürth" den neuen Namen "Wasserfreunde Hürth, Verein für Schwimm- und Kanusport" an. Diese Namensänderung war getragen von dem Bemühen, grundsätzlich den Gedanken der Einheit im Sport zu pflegen.
Um die "wilden" Kanufahrer innerhalb der Gemeinde Hürth zu erfassen, gründeten
wir eine Kanuabteilung, die wir 1951 dem Deutschen Konuverband anschlossen.
Über den Kanusport, sowie die Tätigkeit unserer Kanuabteilurig berichten wir an
anderer Stelle dieser Schrift.
Erwähnen wir noch, daß wir seit 1952 bereits drei ausländische Schwimmfeste besucht haben und zwar in Antwerpen, Amsterdam und Rotterdam. Wir sind zwar
nicht mit ersten Plätzen, so doch mit geschlossenen Freundschaften nach Hause gekommen.
Wir wurden von den belgischen und holländischen Familien überaus herzlich aufgenommen, sind von den betreffenden Ländern stark beeindruckt und
glauben, daß wir mit diesen Auslandsstarts einen Beitrag zur besseren Verständigung unter den Völkern leisteten.
Neben der rein sportlichen Tätigkeit bereitet es uns stets ein Vergnügen, am hiesigen
Karneval mitzumachen. Aus dieser Freude heraus sind die" Wasserfreunde
Hürth" ja mittlerweile auch innerhalb des Hürther Karnevals ein Begriff geworden.
Unsere internen geselligen Veranstaltungen, sowie die Winterabende im Natur-
freundehaus Kendenich mit ihren Film- und Lichtbildervortrögen, den Brettspiel-
abenden usw. tragen wesentlich dazu bei, daß sich die Mitglieder innerhalb des
Vereins wohlfühlen.
So rundet sich das Bild eines Vereins ab, dessen Bestreben in erster Linie dahin
geht, möglichst viele Menschen zu tüchtigen Schwimmern und Rettungsschwimmern
auszubilden und reinsten Amateursport zu pflegen, dann aber die hohen, charakterbildenden Werte, die uns der Sport nun einmal zu bieten vermag, dem Menschen zugänglich zu machen.

[Auszug aus der Festschrift 25 Jahre Wasserfreunde Hürth 1955]

18.04.2012 um 17:05 Uhr - Peter
KANUSPORT!

Der Kanusport, +-
eine noch verhältnismäßig junge Sportart, hat seinen Ursprung in England.
Bekanntlich fuhr der Schotte Jan Mac Gregor bereits 1865 mit seinem Sportkajak in Schweden und Deutschland. In den achtziger Jahren paddelten dann auch Deutsche in ihren selbstgebauten Kajaks. Der Kajak hatte sein Vorbild im aus Fischbein und Robbenfellen hergestellten Boot der Eskimo und das Canoe vieler nord- und südamerikanischer Stämme war Stammvater unserer „Canadier". Bis später das zusammenlegbare „Faltboot" dazu kam, welches dem Kanusport einen gewaltigen Auftrieb gab. Der vor nunmehr 41 Jahren gegründete Deutsche Kanu-Verband richtete im Anfang sein Hauptaugenmerk auf das Wasserwandern, während
die Veranstaltung von Regatten erst in zweiter Linie kam, da die seinerzeit bestehenden Vereine in der Hauptsache dem Wandersport huldigten.

Auch unsere 1951 gegründete Kanuabteilung betreibt ausschließlich Wandersport. Es gibt ja auch nichts Schöneres, als mit dem Faltboot die ganze Romantik unserer schönen Heimat vom Wasser aus in stiller Beschaulichkeit zu erleben. Diese Wanderfahrten durch rauschende Wildwasser und auf breiten Strömen, das Zelten an Plätzen, die sonst des Menschen Fuß nicht betritt, das alles ist Ausdruck der Sehnsucht, die Natur dort kennenzulernen, wo sie noch am unberührtesten ist. Das Sehnen noch der Natur ergreift den Menschen um so stärker, je weiter ihn die Technik vom Urgrund seines Lebens loszulösen droht. Technik und Naturerleben
in harmonischem Wechselspiel, das ist der Quellstrom, aus dem der moderne Sport gespeist wird, Und das schönste Sinnbild für das Zusammenklingen von Natur und Technik ist der Kanusport. Mit den Werken der Technik, unseren “Paddelbooten“ ,erleben wir die Natur, dort wo sie am reinsten ist.
Aus dieser Art des Erlebens heraus ist auch die Begeisterung zu verstehen, wenn unsere Kanuten von ihren Fahrten zurückkommen. Fast samtliche westdeutschen und ein Teil süddeutscher Flüsse wurde bereits von ihnen befahren und der Bootsbestand unserer Abteilung vergrößert sich zusehends, Er umfaßt augenblicklich 5 „Zweier“ und 5 „Einer“, darunter zwei vereinseigene Boote, die alle im Bootshaus Berger in Rodenkirchen untergebracht sind.
Wir wollen unsere kurze Betrachtung über den Kanusport mit dem Gruß aller Kanuten und alter Seebären beschließen
Ahoi !

[Auszug aus der Festschrift 25 Jahre Wasserfreunde Hürth über den Kanusport 1955]

07.01.2012 um 09:08 Uhr - Peter
Die Bedeutung des Schwimmsports
50 Jahre Schwimm-Club Hürth e.V.

von Dr. Herbert Sinz

In diesem Jahr sind es 50 Jahre her, seit die Vorgänger des SchwimmClub Hürth, die Schwimmabteilung „Sparta" des Fußballclubs BC Hürth von 1919 sowie die "Freie-Wassersportvereinigung Groß-Hürth“, gegründet wurden.
Denkt man an die bescheidenen Anfänge, bei denen die am 24. April 1930 eingeweihte Hürther Schwimmhalle eine entscheidende Rolle spielte, dann kann man heute nach 50 Jahren sagen, daß der SC Hürth dem Schwimmsport in Hürth maßgebliche Impulse gegeben und Erstaunliches geleistet hat.
Keine Entwicklungsstufe des Vereins wurde zwecklos durchlaufen. In der körperlichen Erziehung, im Grundlagentraining, in den Schwimmtechniken, in den Wettkämpfen innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen reifte ein Erfahrungsschatz heran, der ganzen Generationen von Hürther Schwimmern zugute kam.
Der SC hat Hürthern aller Altersstufen Lebensfreude, Entspannung und gesundheitliche Förderung gebracht. Er hat dafür gesorgt, daß die hart arbeitenden Menschen unserer Stadt den richtigen körperlichen Ausgleich fanden und daß ihnen darüber hinaus erhebliche gesundheitliche und erzieherische Werte vermittelt wurden.
Wenn man die Sportarten nach ihrer biologischen Wirksamkeit einzuordnen versucht, dann rangiert das Schwimmen ganz obenan. Es ist Grundlage der Leistungsfähigkeit und der körperlichen Ertüchtigung schlechthin.
Hero und Leander +-

Schon die alten Griechen wußten um Wert und Bedeutung des Schwimmens. Dieser Sport wurde Bestandteil der öffentlichen Bildungsstätten. Homer würdigte bereits in seiner „Ilias“ die großen Schwimmleistungen seines Volkes. Er erzählt auch die berühmt gewordene Liebesgeschichte von Hero und Leander, in der Leander allnächtlich über den breiten Hellespont zu seiner geliebten Hero schwimmt. Er will ihr nicht nur durch seine Leistung, sondern auch durch die Schönheit des Schwimmens gefallen. In einer stürmischen Nacht ertrinkt der kühne Schwimmer, als die von Hero als Wegweiser aufgestellte Lampe erlischt.


Das erste Schwimmlehrbuch +-

In den germanischen Mythen und Sagen spielt das Schwimmen als Wettkampf ebenfalls eine Rolle. Im Mittelalter gehörte es zu den "sieben Behendigkeiten". Dann kam eine Zeit, in der Baden und Schwimmen verpönt wurden, weil damit das Entblößen des Körpers verbunden war.
1538 erschien das erste Schwimmlehrbuch. Es hieß "Colymbetes". Sein Verfasser war Nikolaus Wynmann. Dann vergingen nahezu 300 Jahre bis ein neues Lehrbuch erschien, und zwar das des Leipziger Schwimmlehrers Hermann Ladebeck. Es bewirkte gegen Ende des vorigen Jahrhunderts
die Gründung vieler Schwimmbäder. Jetzt bekam die Schwimmsportliche Betätigung weite Verbreitung.
Mit den Hallenbädern - das erste entstand 1855 in Berlin – entwickelten sich in vielen Turn- und Sportvereinen Schwimmabteilungen. 1878 entstand der erste organisierte Schwimmverein, "Neptun" in Berlin. Bei den Olympischen Spielen des Jahres 1896 spielte der deutsche Schwimmsport jedoch noch keine Rolle, aber in den darauf folgenden Spielen konnte er bereits zwei Goldmedaillen erringen.

Hürth - 1930 +-

In Hürth war nach dem Ersten Weltkrieg das Interesse am Schwimmsport erheblich gewachsen. Deshalb fieberte man im Jahre 1930 der Fertigstellung einer Schwimmhalle, die von Amtsbaumeister Lüttgenau und Architekt Pilgram entworfen worden war, entgegen. Zum gleichen Zeitpunkt wurde
auch die Gründung eines Schwimm-Clubs diskutiert. Der Hürther BallspieIclub, unter seinem Vorsitzenden August Stein, griff diesen Gedanken auf und rief eine Schuimmabteilung ins Leben.
An der Spitze der neuen Abteilung stand Josef Rohde, ein passionierter Schwimmer. Die Patenschaft über den BC "Sparta“ übernahm der SSC "Sparta Köln“.
Auch der Damenschwimmclub „Rheingold“, Köln, leistete Hilfestellung beim Aufbau eines geordneten Schwimm- und Trainingsbetriebs.
Von den gleichen Zielen und Idealen wie die Mitglieder von "Sparta“ waren auch die "Wasserfreunde“ Hürth beseelt. Sie wurden ursprünglich als „Freie Wassersportvereinigung Groß-Hürth“ gegründet.
Auch hier stand eine große Kölner Vereinigung Pate, die Freie-Wassersportvereinigung Groß-Köln.
Die Gemeinde Hürth gestattete den Schwimmern in der Schwimmhalle wöchentliche Übungsstunden, die aber bei der schnell ansteigenden Mitgliederzahl nicht ausreichten.

Die Großgemeinde entsteht +-

Zu dieser Zeit, also in den Jahren 1930 - 33, schlossen sich die Orte Hürth, Knapsack, Berrenrath, Gleuel, Sielsdorf, Burbach, Alstädten, Hermülheim, Kalscheuren, Efferen, Stotzheim, Kendenich und Fischenich zur Großgemeinde Hürth zusammen, die damit die größte Landgemeinde Deutschlands wurde.
Der neuen Großgemeinde fiel es nicht leicht, für die Gemeinschaft aller 13 Orte zu denken und zu handeln. Jeder Ort hatte seine eigene Geschichte, jeder seine eigene kulturelle, wirtschaftliche und auch sportliche Vergangenheit und demzufolge seinen eigenen Stolz.
In einem aber waren sich die Orte einig: sie alle waren sportbegeistert. Die meisten Männer in Hürth arbeiteten in der Industrie und hatten den Wunsch nach einer ausgleichenden sportlichen Betätigung. Aber auch die Handwerker in ihren Werkstätten, die Männer und Frauen in den Geschäften und Büros drängten nach ergänzendem Sport. In den Schulen wurde der Sport, das muß lobend erwähnt werden, bereits vorbildlich betrieben.

Volkstümlicher Sport +-

Soweit man es aus alten Berichten entnehmen kann, zählt der Turnsport bei uns zu den ältesten Sportarten. Bereits 1894 wurden die Turnvereine "Germania" und „Alpenglühn" gsgründet, aber auch die Kraftsportvereine fanden in Kendenich, Efferen und an anderen Orten zahlreiche Anhänger.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Fußball die volkstümlichste Sportart. Jetzt schloß man die Vereine organisatorisch unter.einem Dach zusammen und fand auch entsprechende Organisatoren. Zu den verdienstvollsten in unserem gemeindlichen Sportverband gehört Josef Pick.
Verwaltung und Rat der Stadt haben sich stets mit besonderem Eifer des Sports angenommen und die meisten Bürgermeister bis hin zu Hanns Conzen und Rudi Tonn waren dem Sport mit Begeisterung zugetan.

Die „Freie Wassersportvereinigung“ +-

Als die Schwimmhalle eingeweiht wurde, konnten sich die Wassersportler bereits als organisierten Verein vorstellen. Sie hatten bis dahin nur Trockenübungen im Saal durchgeführt. Dem Verein ging es in erster Linie um die Ausbildung der Nichtschwimmer, dann aber auch um das gezielte Training kundiger Schwimmfreunde.
Bereits 1931 stellte der Verein dem Rettungsdienst in Rodenkirchen eine Anzahl Rettungsschwimmer zur Verfügung. Er führte erste Schwimmfeste durch, konnte sportliche Erfolge einheimsen und sich einer beachtlichen Besucherzahl erfreuen.
Die segensreiche Tätigkeit dieses Vereins wurde 1933 durch die nationalsozialistische
Gleichschaltung beendet. 12 Jahre sollte es dauern, bis der Verein seine alte Tätigkeit wieder aufnehmen konnte.
Aus Freude am Schwimmsport schlossen sich die talentiertesten Schwimmer der „Sparta“ an, so Frieda Schut und Willi Giechau.
Drei Jahre hintereinander errang Frieda Schut im 2oo-Meter-Brustschwimmen die Gaumeisterschaft. Es war ein tüchtiges Mädchen, auf das die Hürther stolz sein konnten.

Die Trennung vom BC Hürth +-

Doch zurück zur Schwimmabteilung "Sparta“! Ihre steigenden Mitgliederzahlen stellten den Vorstand des Ballspielclubs vor schwierige Probleme. Die ursprüngliche Aufgabe, den Fußballsport zu entwickeln und ihm immer neue Freunde zuzuführen, hätte vernachlässigt werden müssen, wenn man der wachsenden Bedeutung des Schwimmsports in vollem Umfang gerecht geworden wäre.
So war es ein Akt der Vernunft, als sich 1933 die Schwimmabteilung vom Ballspielclub trennte und als eigener Verein unter dem Namen Schwimmverein "Sparta“ Hürth e.V. sein Schicksal selbst in die Hände nahm.
Mit August Stein als Vorsitzenden und Willi Kämmerer als Sportwart begann nun eine erfreuliche Zeit der Entwicklung. Willi Kämmerer verstand es, die Hürther Jugend für den Schwimmsport zu begeistern. Er verlangte von den Miltgliedern harte Arbeit, denn als Ziel sah er den Eintritt in die deutsche Spitzenklasse. Und dieses Ziel werde erreicht.
Die Siege der Hürther ließen überall aufhorchen und in ganz Deutschland stellte man die Frage: „WO liegt eigentlich dieses Hürth, aus dem die guten Schwimmer kommen?“

In der Spitzenklasse +-

Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover und andere Städte waren damals mit ihren Schwimmern in Hürth zu Gast. Hürther Schwimmer wiederum wurden bei allen großen Schwimmkämpfen erfolgreich geehrt. Die deutsche Spitzenklasse mit Europameister Ewald Riebschläger, Jonny Weiß, Heinz Plummanns, Heinz Aderhold, um nur einige Namen zu nennen, die immer wieder in den Schlagzeilen der Sportpresse auftauchten, gaben sich in Hürth ein Stelldichein.
Auch der heutige Erste Beigeordnete der Stadt Hürth, Josef Langen, zählte zu den Schwimmassen der dreißiger Jahre. 1938 gehörte er zur Nationalmannschaft im Wasserspringen und zum Olympiakader 1940, nachdem er mehrmals Jugendbester und Gaumeister gewesen war.
Schon vorher errang Vereinsmitgründer Kaspar Schmitz die erste Bezirksmeisterschaft im Wasserspringen für „Sparta“ Hürth.

Das Erfolgsgeheimnis +-

Die Trainer in Hürth wußten, daß der Erfolg des Trainings und damit auch der bei den Wettkämpfen nicht nur von der körperlichen Kondition, sondern auch vom Verständnis schwimmtheoretischer Grundfragen und vom taktisch richtigen Verhalten im Wasser abhing. Deshalb wurden Theorie
und Praxis im Schwimmsport gleichermaßen betrieben.
Wenn Hürther in den dreißiger Jahren ganze Serien von Erfolgen an ihre Fahnen heften konnten, gedacht sei hier an die Wettkämpfe von Hildesheim, Osnahrück, Hannover. Hamburg und Bremen, dann lag das eben in erster Linie an dem klug und geschickt gelenkten Trainingsprozeß. Die Arbeit war systematisch, planmäßig und zielstrebig. Die aufgestellten Normen im Training mußten unabdingbar zu größerem Leistungsvermögen und zu erhöhter Bereitschaft führen.

Die Breitenarbeit +-

Von Anfang an befaßte man sich in HUrth mit allen Disziplinen des Schwimmsports. Die breite Skala sportlicher Übungen stellte natürlich große Anforderungen an die Bewegungsfähigkeit und -fertigkeit, ob es sich um Schwimmen, Springen, Kunstschwimmen oder um den ständig an Bedeutung gewinnenden Wasserball handelte. Grundlage blieb doch stets das Schwimmen.
Der Bruststil, vor 150 Jahren erstmalig von Ernst von Pfuel propagiert, ahmt die Bewegung des Frosches nach. Das Kraul, auch Freistil genannt. wurde nach dem Vorbild der Südseeinsulaner (englisch: crawl) entwickelt und gilt als die schnellste Schwimmart.
Der Butterfly (Schmetterlingsstil) revolutionierte den Bruststil, der wiederum 1953 durch den Delphinstil bereichert wurde. Der Ungar Gyäri Tumpek führte die flossenartig peitschende Vertikal bewegung der Beine erstmalig vor. Sein Armdurchzug war jedoch wie beim Butterfly.
Auch das Wasserballspiel wurde bei den Hürthern, wie erwähnt, mit Freude und Erfolg betrieben. Gegen Ende des vorigen Jahrhundert war das Spiel durch den Berliner Schwimmlehrer Kniese von England nach Deutschland gekommen.

Das jähe Ende +-

Der Zweite Weltkrieg setzte auch der hoffnungsvollen Entwick1ung von „Sparta" Hürth ein jähes Ende. Viele erstklassige Schwimmer, wie Böhmer, Vogel, Köser, Biedenbach, Giechau, Kirchner, Geritan, Lürssen, Kuhn und Langen, wurden zu den Waffen gerufen. Von 1939 bis 45 entrichtete der
Verein auf den Schlachtfeldern einen hohen Blutzoll. 34 Schwimmer fielen, 2 wurden vermißt.
Über die Kriegsjahre wurde der Hürther Schwimmbetrieb mühsam aufrechterhalten. Nach dem bitteren Ende machte sich der Verein sogleich an den Wiederaufbau, aber nun fehlten ihm viele tüchtige und erfahrene WassersportIer. Mit Freude konnte er jedoch registrieren, daß sich zahlreiche
Jugendliche einstellten, die bereit waren, ein hartes Training auf sich zu nehmen und an alte Vereinstraditionen anzuknüpfen.

Hans Hirsch +-

In den ersten Nachkriegsjahren machte ein junges Schuimmtalent viel von sich reden: Hans Hirsch. Sein Name steht in großen Lettern im Buch des deutschen Schwimmsports.
Hirsch holte sich mehrmals den Jugendmeistertitel und schließlich den deutschen Meistertitel über 100 Meter Kraul auf der 50 m - und 25 m Bahn.
Im Sog von Hans Hirsch erlangten Peter-Josef Hemmelrath, Helmut Heuvelmann, Ernst Posse, Willi Backet und Rudi Schott überregionale Erfolge.
Die hervorragende und ihnen zum Siege verhelfende Ausbildung verdankten sie ihrem Trainer, dem Sportidealisten Hans Clemens "Bela“ Wolff.

Die Wasserfreunde +-

Einige "Alte“ waren es, die die Freie Wassersportvereinigung 1945 zu neuem Leben erweckten. Einige, die den Wiederaufbau mit ganzer Hingabe und großer sportlicher Begeisterung betrieben, waren Wilhelm Giechau, Engelbert Klein, Hubert Herresbach und Wilhelm Schnödewind. Sie sorgten
dafür, daß die Schwimmfeste im Lande vom Verein beschickt wurden. Schöne Siege wurden in Düsseldorf, Wuppertal, Gladbeck, Köln und Bonn errungen.
Die Wasserballmannschaft des Vereins gehörte bald zu den besten im Bezirk.
Nachdem der Verein Mitglied des deutschen Schwimmverbandes geworden war, änderte er seinen ursprünglichen Namen "Freie Wassersportvereinigung Groß-Hürth“ in "Wasserfreunde Hürth, Verein für Schwimm- und Kanusport“.

Die Kanu-Abteilung +-

Um die Hürther Kanufahrer auch vereinsmäßig zu erfassen, gründeten die „Wasserfreunde“ eine Kanu-Abteilung, die 1951 dem Deutschen Kanuverband angeschlossen wurde.
Dieser bereits 1914 gegründete Verband richtete sein Hauptaugenmerk auf das Wasserwandern. Man benutzte dazu die von dem Schotten MacGregor 1865 eingeführten Kajaks, wie sie bei den Eskimos und Indianern seit Jahrhunderten üblich waren. Später gingen die Wassorsportler auch zu den zusammenlegbaren Faltbooten über und damit bekam diese Sportart neuen Auftrieb.
Aus der Sehnsucht, auf Wildwassern und Flüssen die Natur in ihrer Unmittelbarkeit kennenlernen zu wollen, fuhren auch die Hürther Kanuten hinaus und kehrten häufig erlebnisbeladen in ihre Heimatgemeinde zurück.

Die Versehrtensportler +-

Auch mit allen anderen Sportarten ging es in Hürth wieder aufwärts.
Zu den bewährten alten Arten kamen nun verstärkt Tennis, Tischtennis, Rugby und Basketball. Selbst der Judosport begann sich wachsender Beliebtheit zu erfreuen.
In diesem Zusammenhang verdient eine Hürther Sportgemeinschaft besondere, ich möchte sagen, liebevolle Erwähnung: die 1951 gegründete Versehrtensportgemeinschaft, die in erster Linie das Schwimmen pflegte.
Ihre Sportfreudigkeit und ihr Einsatz unter den besonders erschwerten Bedingungen fanden überall lobend Anerkennung.

Hürth wächst +-

Die Bevölkerungszahl Hürths schnellte nun nach oben. 1960 betrug sie 45.541, eine bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, daß die Gemeinde Hürth 100 Jahre zuvor nur 7.000 Seelen hatte. Sie hatte also um fast 700 % zugenommen. Seit der Währungsreform war Hürth jährlich durchschnittlich um 1.000 Personen gewachsen.
Diese wachsende Bevölkerungsziffer schlug sich auch entsprechend in den Vereinen nieder. "Sparta“ und "Wasserfreunde“ wuchsen und wuchsen und wurden sich immer stärker ihrer Bedeutung, aber auch ihrer Verpflichtung, bewußt. Die Arbeit an der Jugend wurde intensiviert, die Nichtschwimmer-Ausbildung bekam eine Vorrangstellung.

Die Jugendertüchtigung +-

Die freiwillige Mitgliedschaft in den beiden Vereinen bedingte ein grundsätzliches Interesse am Schwimmsport. Diese Einsatzbereitschaft galt es zu fördern, zu stabilisieren und zur Leistung zu entwickeln.
Oie Vereine scheuten keine Mühen, um diesem Ziel zu dienen. Hier muß man an Wilhelm Arnold erinnern, der noch mit 80 Jahren aktiv im Vereinsvorstand tätig war. Er arbeitete mit einem rührigen Vorstand ständig an der Jugendertüchtigung, es ging ihm und dem Vorstand aber auch um die Schönheit des Schwimmens, um die Förderung dieser Sportart und damit um ihre Popularisierung.

Ehrenvolle Namen +-

Aus dieser Zeit verdienen weitere Namen besonders lobende Erwähnung, Heinrich Biedenbach, Hubert Hirsch, Willi Kämmerer, Heinrich lemper, Pater Nietgen, Arnold Schiefer und August Stein sowie Ernst Giechau, Gustav Blobel, Hilde und Walter Klein. Sie jedoch hervorheben, soll nicht heißen, andere tüchtige Mitarbeiter zurückstellen zu wollen.. Am Erfolg der Vereine haben unendlich viele Anteil.

Dem Frohsinn zugetan +-

Wenn wir von Festen sprechen, dann verdient die gesellschaftliche Betreuung der Vereine Anerkennung. Es wurden ausgezeichnete Karnevalssitzungen inszeniert, für die Pater Bause verantwortlich zeichnete. Er gab später das Narrenzepter an den nicht weniger eifrigen Alfons Jerusalem ab. Aus den Karnevalszügen waren die Gruppen der Schwimmer nicht weg zu denken.
Gedacht sei auch an die vielen Kindersitzungen, für die erst Rektor Bornhard Weber, dann Rektor Christian Klein die närrische Verantwortung übernahmen. Bis heute konnte diese Tradition beibehalten werden, mit Unterstützung von Rektorin Koßmann, Rektor Ingenerf und Konrektor Heuser.
Im übrigen wurden bei den Schwimmern die Feste immer gefeiert wie sie fielen, denn alle Hürther, ob innerhalb oder außerhalb der Vereine, sind festfreudige Menschen und dem Frohsinn zugetan.
In buntem Wechsel gab es Gründungsfeste, Schwimmerbälle und Abschlußbälle.
Man feierte, tanzte und trank und haute dabei gerne auf die dicke Trumm.

Die Vereinsfusion
Der 6.11.1966 wird für den Hürther Schwimmsport ein historisches Datum bleiben. Nach langwierigen Verhandlungen der Vereinsvorstände besiegelten die Mitglieder von "Sparta“ Hürth und „Wasserfreunde“ Hürth im Rheinischen Hof in Hürth den Zusamrrenschluß zum "Schwimm-Club Hürth 1930 E.V. - Verein für Schwimm- und Kanusport“.
Diese Verschmelzung der Hürther Schwimmsportvereine war damals von dem Gedanken getragen, die Möglichkeiten der schwimmsportlichen Betätigung in Hürth noch besser ausschöpfen zu können. Man wollte eine starke Leistungsgemeinschaft und, wahrscheinlich, das ist auch gelungen.
Freunde der Schwimmer +-

Als der Schwimm-Club 1970 sein 40-jähriges Bestehen feierte, wurde gleich eine ganze Festwoche proklamiert: Kirchgang, Kranzniederlegung, Jubilarehrung, Gründungsfest, Schwimmwettkämpfe und Wasserballturniere.
Vorsitzender Johannes Langen, der unvergessene temperamentvolle Freund des Schwimmsports, sprach beim Festakt über das Vereinsgeschehen in den vergangenen 40 Jahren.
Landrat Matthias Fischer, ein begeisterter Schwimmer und Kanut, gratulierte zu den 1.250 aktiven Mitgliedern des Vereins und setzte sich nachdrücklich für den Breitensport ein.
Auch Bürgermeister Hanns Conzen, stets ein Förderer des Sports, wies auf die hervorragenden Meisterschwimmer hin, die in langer Reihe aus dem Verein hervorgegangen waren.
Vom Generalsekretär des Deutschen Schwimmverbandes, vom Westdeutschen Schwimmverband, vom Kanu-Verband, aber auch vom Heimat- und Kulturverein, vertreten durch Clemens Klug, kamen Grüße und gute Wünsche, in denen immer wieder das Gemeinschaftsgefühl erkennbar war.

Der erfolgreiche SC +-

Blättert man in den Protokollen des Vereins, dann gibt es zwar ein Auf und Ab im Vereinsleben, aber immer wieder sind die Erfolge hervorstechend. Eines der besonders rührigen Jahre war 1970, da gab es eine Fülle von Kreis- und Bezirksveranstaltungen, von Hallen- und Freiwassermeisterschaften,
es gab Sportreisen nach Berlin und Belgien und ein wunderschönes Ferienlager.
In diesem Jahr drängten die Schwimmerinnen des Vereins mächtig nach vorne, an ihrer Spitze Inge Schwarz, auch Ellen Klick verbesserte ihre Zeiten beachtlich, dichtauf gefolgt von Birgit Pistor, Maria Nachreiner, Sibille Michel, Petra Schenk und Ute Kraft.
Bei den Männern glänzten die Namen Günther Knott, Bernd Räcke, Rudi Riether, Hubert Schneitler, Wolfgang Gutseher, Bruno Langen, Rolf Wichert und Peter Liebertz.
Hinter all diesen Erfolgen stand das harte Training unter Peter Grünwaldt. Mit ihm wurde mancher Lorbeer des Erfolgs errungen.
Die Wasserballer drangen bis in die Pokalhauptrunde vor und empfingen in Hürth den achtmaligen Deutschen Meister Rote-Erde Hamm.
Der Vorstand plante, organisierte und verantwortete unter seinem eifrigen und zähen Vorsitzenden Johannes Langen, der sich wiederum auf tatkräftige Mitarbeiter verlassen konnte: Heinz-Josef Kraft, Matthias Fischer, Heinz Conrad, Toni Knatt, Gert Fuchs. Hans Lang, Fred Glaß, Evelin Umlauft, Bernd Räcke, Resi Kraft, Karl Bönsch und Fritz Jäger.
Neben Bürgermeister Conzen erwies sich auch Gemeindedirektor Räcke als Freund des SC und sein Beitrag in der Hürther "Wasserspritze" über "die Sportvereine und ihre Aufgaben in der heutigen Zeit“ fand starke Beachtung.
Immer wieder hämmerte Vorsitzender Johannes Langen den Mitgliedern ein, daß nur Fleiß und volle Hingabe an den Sport zum Ziele führen könnten. Die Stufen hießen: Grundlagentraining, Aufbautraining. Hochleistungstraining.
Auch Rektor Hermann Haas, ein begeisterter Sportlehrer, setzte sich in Wort und Schrift für den Schwimmsport und für die noch engere Zusammenarbeit von Schule und Vereinen ein.
[clip=Vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit]
Seit 1970 wurde beim SC der Ruf nach einer neuen sportgerechten Schwimmstätte laut. Am 13.12.1968 hatte der Hauptausschuß des Gemeinderates zu den Großprojekten kommunalpolitischer Maßnahmen auch ein neues Schwimmbad gezählt. Es sollte aber noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen, ehe es realisiert wurde.
Regelmäßig erschien das Organ des SC Hürth, die "Wasserspritze" mit Aufsätzen, Meinungen, Sportberichten und Nachrichten aus dem Vereinsleben. Hier erhielt der Schwimmsportler wichtige Informationen.
Die Zeitschrift, sauber und geschickt redigiert, wurde über Jahre mit sicherer
Hand von Fred Glaß geleitet. Er konnte sich auf tüchtige Mitarbeiter stützen, wie Heinz-Josef Kraft, Fritz Jäger. Dieter Haas, Udo Füngeling, Ilse Glaß oder Bernd Räcke. Damit der Schornstein der Zeitschrift auch rauchte. sammelte Heinz Conrad, einer der Unermüdlichen des Vereins, fleißig Anzeigen.

Beiträge +-

Ohne Beiträge geht es nicht, wenn ein Verein seinen vielen Verpflichtungennach~ommen will. Sie wurden verschiedentlich festgelegt. Ein Tormin sei hier nur herausgegriffen. 1963 wurds bestim~t. daß an Beiträgen folgendes zu zahlen war:
Kinder bis zu 14 Jahren jährlich DM 18,-
Jugendliche von 14 - 18 Jahren „-„ DM24.-
Schüler, Lehrlinge u. Studenten
über 18 Jahre „-„ DM 24,-
alle Personen über 18 Jahre „-„ DM 36,-
Familienbeitrag für Ehepaare „-„ DM 48,-
Beiträge erregen zwar manchmal den Unmut der Mitglieder, aber wenn man an Training und Wettkämpfen, an Verpflichtungen aller Art denkt, dann wird man auch verstehen, daß ohne Geld nichts läuft. Der Vorstand war und ist stets ehrenamtlich tätig und verdient dafür wenigstens Dank und Anerkennung.

Die Aktivitäten +-

Aus den schwimmsportlichen Begegnungen seien die des Jahres 1972 herausgegriffen:
Clubkampf in Bergisch-Gladbach, Nachwuchsschwimmfest in Köln, Junioren-Schwimmfest in Düsseldorf, Kreismeisterschaften in Brühl, internationaler Clubkampf in Hürth, Clubkampf bei Blau-Weiß Köln, Kreismeisterschaften in Wesseling, Kreissportfest in Brühl und Kreismeisterschaften in Niederaußem.
Das ist wahrhaft eine Fülle von Einsätzen, wobei man die Trainingsstunden gar nicht erwähnen soll. Die Aktivitäten gingen auch in den folgenden Jahren auf der ganzen Linie weiter. Uberall beteiligte sich der SC an Kämpfen. Es kam auch zu freundschaftlichen Begegnungen mit den Schwimmern der Partnerstädte Thetford und Spijkenisse in England und Holland. Die Schwimmer und ihre Bürgermeister waren stets gern gesehene Gäste in Hürth, wie auch unsere Schwimmer in Holland und jenseits des Kanals aufs herzlichste aufgenommen wurden.

Stabiler Vorstand +-

Über viele Jahre waren die Mitglieder mit ihrem Vorstand zufrieden.Bei den Generalversammlungen gab es immer nur geringfügige Änderungen, so auch 1973, als Johannes langen erneut zum Vorsitzenden gewählt und seine Stellvertreter Matthias Fischer und Heinz-Josef Kraft im Amt bestätigt wurden. Jugendsekretär blieb weiterhin der bewährte Heinz Josef Kraft, Sportsekretär Hans Lang und Verwaltungssekretär Fred Glaß.
Weiter erfolgreich
Die kontinuierliche Vorstandsarbeit schuf die Voraussetzung für große sportliche Erfolge. .
Die Damenschwimmannschaft erschwamm sich bei den Mannschaftsmeisterschaften den Aufstieg in die Regionalliga, der zweithöchsten Schwimmklasse.
An diesem schönen Erfolg waren die meist jugendlichen "Damen" beteiligt: I. Gutseher, E. Klick, G. Sebald, P. Schenk, U. Kraft, C. Welticke, S. Michel, M. Neumaier, C. Klose, E. Tolusch, E. Selbst, V. Krämer, P. Haas.
Auch die Wasserballer verzeichneten ihr erfolgreichstes Spieljahr. Nach mehrmaligen vergeblichen Anläufen gelang endlich der Aufstieg in die Oberliga. Eine kameradschaftlich geschlossene, dynamische Mannschaft mit P. Liebertz, E. Stranz, F. Kamphausen, F. Glaß, H.J. Fischer, W. Müngersdorf, H. Klein, B. Wicke, K. Engel sah damit jahrelange Anstrengungen belohnt.
Und auch die Kanuten wollten nicht hintenan stehen. Pater Nagel, Willi Klein, Harald Inden und Thomas Hettinger "paddelten" bei Slaloms und Wildwasserabfahrten gegen stärkste Konkurrenz erfolgreich mit und legten den Grundstein zu einem unaufhaltsamen Aufschwung der Kanu-Abteilung.

Die Senioren voran +-

Die Senioren und Seniorinnen, angeregt durch Trimm-Dich-Aktionen, sorgten für einen leistungsstarken und lebhaften Wettkampfbetrieb. Dabei zeichneten sich die Älteren - es waren die über 25 Jahre - durch Idealismus und Kameradschaft aus, also durch Eigenschaften, die hohe Zinsen trugen.
Bei den Deutschen Senioren-Bestenkämpfen 1973 holten Inge Tremmel über 200 m Kraul sowie Hans Lürssen, Josef Köser, Hanns Tremmel und Hans Geritan über 4 x 50 m lagen den Sieg und damit Gold-Medaillen.
Am erstmals ausgetragenen Senioren-Schwimmfest 1974 in Hürth beteiligten sich 270 aktive Schwimmer, eine Zahl, die alle Erwartungen ubertraf.
Die Folgejahre brachten einen weiteren Aufschwung der Veranstaltung und inzwischen gehört sie zum festen Terminkalender im Deutschen Schwimmverband.
Im gleichen Jahr erschien in der "Wasserspritze" ein Beitrag des neuen Verwaltungschefs, Dr. Georg Rogge, der ein eindruckvolle: Bekenntnis zum Schwimmsport im allgemeinen und zum Versehrtensport im besonderen ablegte.
In der genannten Zeitschrift hielt der SC aber bisweilen auch nicht mit Kritik an der Arbeit von Rat und Verwaltung hinter dem Berg. Allen Schwimmsportlern brannte der Bau eines neuen Hallenbades förmlich auf den Nägeln. In den Versammlungen wurde das Problem diskutiert, in der Vereinspresse las man, wie es weitergehen sollte.
Darüber vergaß man nicht, fleißig weiterzutrainieren, erfolgreich an Wettkämpfen teilzunehmen und fröhlich, wie am 22. November 1975 im Blau-Gelben Aquarium, das die Schwimmsportler besonders in ihr Herz geschlossen hatten, zu feiern.

Trauer +-

Am 21.3.1975 erklärte Johannes Langen aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt vom Vorstand. Zu seinem Nachfolger wurde Matthias Fischer, dem nach nur 1 Jahr Amtszeit Heinz-Josef Kraft folgte, gewählt und zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, daß man bereits ein halbes Jahr später den verdienstvollen Vorsitzenden Langen zu Grabe tragen würde.
Für den SC war der Verlust dieses Mannes, der dem Verein mit aufopferndem Engagement gedient hatte, überaus schlmerzlich. Langen war für den Schwimmclub so etwas wie eine Vaterfigur gewesen.

Hallenbad und Freibad +-

1977 wurde das zweite Hürther Hallenbad fertig. Wie lange hatte man es herbeigesehnt! In einer kleinen Feierstunde, bei der es erfreulicherweise keine lauttönenden Reden gab, wurde das Bad - es war am 16. November- seiner Bestimmung übergeben.
Mit 6 Startbahnen und durchgehender Wassertiefe bot es für Schwimner und Wasserballer gute Möglichkeiten. Bedauert wurde, daß das Lehrschwimmbecken nicht mit einem Hubboden versehen worden war. Dennoch war der SC froh, denn nun hörte zunächst einmal der Jammer auf:
Bald darauf kam es zu einem weiteren, für Hürth bedeutsamen Sport- und Freizeitangebot, dem Otto-Maigler-See. So sehr der Hürther Schwimm-Club diesen See für die Schwimmer begrüßte, so nachdrücklich wies er aber auch darauf hin, daß das Strandbad keinen Ersatz für ein Freibad bieten könnte. Naturgewässer sind eben zu wetterabhängig. In Hürth fehle, so betonte der Verein, weiterhin ein sportgerechtes und beheiztes Freibad.

Für die Jugend +-

Schon früh erkannten die Verantwortlichen des SC die Notwendigkeit der außersportlichen Jugendarbeit. So entfaltete sich unter der Leitung von Resi und Heinz-Josef Kraft die Jugendarbeit bald zu einer eigenständigen Säule im Verein. Ferienfahrten nach Schweden, Holland, in die Schweiz, an den Titisee, Tegernsee, in das Altmühltal und an die Nordsee legen ebenso Zeugnis von einer erfolgreichen Arbeit ab wie die :zahlreich besuchten Film-, Diskussions- und Tanzabende, Tages- und Wochenendwanderungen.
Bei all diesen Maßnahmen wurde stets großer Wert auf Harmonie und wenn möglich, auf die Beteiligung der Eltern gelegt. Im Vordergrund stand das Bemühen, die Jugendlichen in die Verantwortung einzubeziehen. So war es nicht schwierig, die begonnene Arbeit erfolgreich
über die Jugendwarte Bernd Räcke, Peter und Manfred Nagel bis heute fortzusetzen.

Ausblick +-

Die vergangenen 50 Jahre des Schwimm-Clubs zeigen Höhen und Tiefen, wie alle Vereine sie durchmachen. Des Lebens ungetrübte Freude wird eben, wie Schiller sagt, keinem Irdischen zuteil.
Im Jubiläumsjahr 1980 darf der Schwimm-Club stolz sein auf das Vollbrachte.
Sein Anteil an der körperlichen Ertüchtigung der Hürther Jugend und an der Leistungsstärke vieler Bürger ist bemerkenswert hoch.
Dafür wollen wir ihm in seinen Ehrenjahr Dank sagen. Der Verein weiß, daß viele Wünsche noch offen sind. Träume sind eben keine Taten und ohne Arbeit kann im Sport nichts geraten.
Aus den Erfahrungen von gestern wird der Verein die Notwendigkeit von morgen erkennen. Er wird verantwortungsbewußt und tatkräftig das Errungene erhalten und dem Neuen seinen Platz einräumen. Die Hürther Bevölkerung steht hinter ihrem SC und wünscht ihm Glück und Segen für die Zukunft.

[Auszug aus der 50-jährigen Festschrift]

40 Jahre Hürther Schwimmsport


Davor ... +-

Wenn wir zurückblicken auf die 30er Jahre, scheint es nur allzu verständlich, daß der
Schwimmsport längst nicht die Bedeutung der heutigen Zeit hatte. Unsere Mütter
und Väter hatten andere Sorgen, als in großen Scharen der freudvollen Betätigung
des Schwimmens nachzugehen. Galt es doch, die ganze Kraft für die Familie einzusetzen,
Arbeit zu finden und zu behalten. Da blieb nicht mehr viel Zeit, um einer sportlichen Betätigung nachzugehen.
Und doch - immer wieder fanden sich begeisterte Idealisten, die Zeit und Wege fanden, Ihrer "Freizeitbeschäftigung" nachzugehen, dem Schwimmen! Jede Gelegenheit
wurde genutzt. Für uns heute unvorstellbar, die damaligen schwimmsportlichen
Betätigungsfelder: Berzdorfer Entenfang, Sülzer Grüngürtel, aber auch der Rhein mit
dem Rodenkirchener Strandbad.
Wer erinnert sich noch an das Kölner Hohenstaufenbad oder das kleine Bad in der
Fleischmengergasse? Hier wurden erste Kontakte mit dem Kölner Schwimmsport ge·
knüpft, der damals seine Blütezeit hatte.
So gewann trotz aller Erschwernisse das Schwimmen immer neue Freunde, die nun
alle darauf warteten, daß auch die Heimatgemeinde Hürth ihr Bad bekommen würde.

1930 ...

Schon längst war es kein Geheimnis mehr: In Hürth entstand eine für die damaligen
Verhältnisse großartige Schwimmhalle. Und am 24. April 1930 war es dann soweit,
die Schwimmhalle konnte in einer großen Eröffnungsfeier ihrer Bestimmung über·
geben werden. Damit begann eine fruchtbare nunmehr 40jährige schwimmsportliche
Tätigkeit in Hürth.
Zwei Schwimmvereine nahmen im Gründungsjahr Ihre Arbeit auf!

SV SPARTA

Unter der Federführung von August STEIN, dem Vorsitzenden des Ballspiel-Club
Hürth 1930, wurde die Gründung einer Schwimmabteilung beschlossen. Paten standen
der SSC SPARTA KöLN und der Damen-Schwimmverein RHEINGOLD. Diese Patenvereine verstanden es sofort, dem Neugeborenen entscheidende Impulse zu verleihen und so nahm der Leistungssport eine hervorragende Entwicklung.
Eine Bezirksmeisterschaft im Kunstspringen durch unseren heute noch tätigen Mitarbeiter Kaspar SCHMITZ war der erste sichtbare Erfolg.
1933 trennte man sich vom BC Hürth und gründete unter dem Namen
SCHWIMMVEREIN SPARTA
einen eigenen Verein.
Der Hürther Bevölkerung bescherte man hervorragend besetzte Veranstaltungen; vom 3-mBrett begeisterten der Olympiateilnehmer Jonny Weiss, Europameister Ewald Riepschläger, Deutscher Meister Heinz Plumanns u. a... So land das Springen überhaupt eine besondere Förderung, die es mit sich brachte, daß Josef LANGEN mehrmals die Gaumeisterschaft im Kunstspringen nach Hürth holte.
Aber auch das Sportschwimmen unter Leitung von WILLl KÄMMERER gedieh prächtig. Als Gäste starteten u.a. in Hürth Bernhard Skamper, Ernst Derichs, Ernst Budig und Raymond Deiters. Und Frieda UMLAUFT-SCHUTT erschwamm manchen Sieg für ihre Sparta, wobei es ihr gelang, drei Jahre hintereinander die Gaumeisterschaft im Bezirk Köln-Aachen über 200 m Brust zu erringen.
Von einer Norddeutschlandreise, die über Hildesheim, Osnabrück, Hannover, Bremen
und Hamburg führte, brachte die Sportmannschaft überdurchschnittliche Erfolge mit.
So wurde Hürth schnell bekannt in deutschen Landen.
Mit Kirchner - Vogel - Köser - Giechau war kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges
eine 4 x 200-m-Bruststaffel aufgebaut, die berechtigte Aussichten auf die Deutsche
Meisterschaft halte (der "Schlechteste" schwamm 2:52! Min.).
Doch wie so viele Hoffnungen damals wurde auch diese zerschlagen. Viele der besten
Schwimmer wurden zu den Waffen gerufen. Zunächst wurde der Sportbetrieb eingeengt noch aufrechterhalten, bis er dann ganz zum Erliegen kam.
1945 ...
Der Wiederbeginn auch für die "alten" Spartaner. Um Peter NIETGEN scharten sie
sich, um ihrer Sparta wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Viele alte Gesichter fehlten,
doch die Jugend drängte unaufhörlich nach. Und so gelang es relativ schnell, wieder
eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen.
Bereits 1948 war die Sportmannschaft wieder so stark, um an Wettkämpfen in Bremen
und Hannover teilzunehmen und an alte Traditionen anzuknüpfen.
Und dann kam Hürth's große Zeit!
Ein junger Bursche hatte sich unter der aufopferungsvollen Trainingsleitung von
"BELA" Hans-Clemens WOLFF auf der Erfolgsleiter ganz nach oben gearbeitet:
Hans HIRSCH!
Nachdem Hans HIRSCH schon durch die Erringung mancher Jugendtitel auf sich aufmerksam machte, gelang ihm 1953 der ganz große Wurf:
Deutscher Meister über 100 m Freistil in 1:00,3 Min.
Diesen Freiwassererfolg konnte er in der Hallensaison 1953/54 wiederholen
Hallenmeister über 100 m Freistil in 0:58,9 Min.
Ohne Zweifel der Höhepunkt in der Vereinsgeschichte der SPARTA, der nicht zuletzt
dem großen Idealisten "BELA" WOLFF zuzuschreiben ist.
Hans HIRSCH verließ Hürth in Richtung Bremen, der damaligen Hochburg im Deutschen
Schwimmsport, wo er sich der Erfolgsmannschaft des Bremer SC 85 anschloß und als Mannschaftsschwimmer noch so manche Meisterschaft mit erstritt.
Doch neben allen sportlichen Erfolgen wurde eines nie vergessen, die Jugend- und
Gesellschaftspflege.
Vorbildlich die Nichtschwimmer-Ausbildung, die erst ein Garant für die Erfolge der
Sportmannschaft war.
Für so viele Orte der Gemeinde richtungsweisend wurden die ausgezeichnet durchgeführten Kindersitzungen der SPARTA.
1960 ...
Bereits in den Fünfziger-Jahren hatte Peter NIETGEN als Vorsitzender der SPARTA
Fühlung mit seinem Kollegen Gustav BLOBEL von den WASSERFREUNDEN aufgenommen.
Einige vorausschauende Schwimmsportler hielten eine Vereinigung im Hürther Schwimmsport für sinnvoll!
Doch die Zeit war noch nicht reif ...
Derweil wurde sportlich aktiv weiter gearbeitet. Neue Namen tauchten auf, die es verstanden, alte SPARTA-Tradition in die neue Zeit zu übertragen. Bei Bezirksmeisterschaften zählten SPARTA-Schwimmer(innen) stets zu den ernsthaftesten Konkurrenten Kölner und Bonner Titelanwärter. Nicht selten tauchten Hürther Namen in Bezirks-Auswahlmannschaften auf.
In der Vereinsführung engagierte sich ein Mann, der bis dahin interessiert das Geschehen aus der Distanz beobachtet hatte,
JOHANNES LANGEN.
Er kannte nur ein Ziel: den Zusammenschluß der Hürther Traditionsvereine zu einem
Hürther Großverein!
Und dafür arbeitete und kämpfte er. Ja, es war ein Kampf!
Nicht alle Spartaner waren von der Idee begeistert, doch sein Elan, seine Begeisterung
rissen mit. Die Jugend kannte ohnehin nur das eine Ziel.
Und so näherte sich der Zeitpunkt, wo auch die Zauderer ihr bedingtes Einverständnis
zu "offiziellen" Gesprächen mit dem Bruderverein gaben.
In Hürth hinterließ er eine durch seine Leistungen aufgeweckte Schwimmerjugend,
die zwar an seine Erfolge nicht mehr anknüpfen konnte, auf Bezirks- und WSV-Meisterschaften, aber ständig um Sieg und Titel mitstritt.
Internationale Schwimmwettkämpfe daheim sowie in Frankreich, Belgien und Holland
brachten die Hürther SPARTA weiter im öffentlichen Interesse.


WASSERFREUNDE

Die Kontakte zu der FREIEN-WASSERSPORT-VEREINIGUNG GROSS-KöLN brachten es mit sich, daß sich in Hürth schon eine Gruppe vor der Fertigstellung des Hallenbades
fand, die im Tanzsaal Schlesinger mit Trockenübungen begann.
Diese Gruppe gab sich unter der Patenschaft der Kölner Freunde den Namen
FREIE WASSERSPORTVEREINIGUNG GROSS-HÜRTH.
Das Hauptaugenmerk der sportlichen Arbeit galt zunächst einmal der Nichtschwimmerausbildung.
Aber auch die Weiterbildung der Schwimmer wurde gefördert, und bereits 1931 betätigten sich Hürther beim Rettungsdienst in Rodenkirchen.
Die ersten Schwimmwettkämpfe brachten sportliche Erfolge, und auch die Zuschauer
kamen so zahlreich, daß seitens der Baubehörde auf die höchstzulässige Besucherzahl
hingewiesen werden mußte!
Diese erfreuliche Entwicklung wurde 1933 jäh unterbrochen. Die
FREIE WASSERSPORTVEREINIGUNG war dem ARBEITER-TURN- und SPORTBUND angeschlossen, dessen Gliederungen im Zuge der Gleichschaltung aufgelöst wurden. Damit war der segensreichen Arbeit für die Hürther Jugend ein gewaltsames Ende gesetzt. Zwölf Jahre sollte es dauern, ehe diese Arbeit wieder aufgenommen werden konnte.
Was lag als Folge dieser Entwicklung näher, als daß sich die besten und interessiertesten Schwimmer der "Konkurrenz" SPARTA anschloß?
1945 ...
Über all die Jahre der unterbrochenen Vereinsarbeit, der Kriegs- und Nachkriegswirren
waren die Freundschaften innerhalb der Schwimmerfamilie nicht abgebrochen.
Sofort nach Kriegsende fanden sich einige der ..Alten", die den Verein wieder neu
ins Leben riefen.
Allen voran stand Wilhelm GIECHAU, der sich in wirklich selbstloser Hingabe für den Verein und besonders dessen Jugend einsetzte.
Das Hürther Hallenbad war aus den Bombenangriffen auf die Hürther Heimat leidlich
erhalten und brauchbar herausgekommen, so daß sofort eine Übungsstätte zur Verfügung stand. Das brachte mit sich, daß es dieses Mal die Kölner Vereine auf das Land zog, um die Übungs- und Trainingsstunden ihrer Freunde in Hürth mitzubenutzen:
Schnell waren so wieder alte Kontakte aufgefrischt und die ersten Freundschaftskämpfe
fanden bereits in kurzer Zeit wieder statt. Sofort nach der Wiedergründung schloß sich
der Verein dem Deutschen Schwimm-Verband an und änderte seinen Namen in
WASSERFREUNDE HÜRTH.
Diese Namensänderung sollte auch nach außen den Willen und das Bemühen bekunden,
grundsätzlich der Einheit im Deutschen Sport Rechnung zu tragen.
Bereits 1952, als es noch nicht selbstverständlich war, im Ausland Freunde anzutreffen,
wurden schon Veranstaltungen in Antwerpen, Amsterdam und Rotterdam besucht und
so ein kleiner Beitrag zur Aussöhnung mit den Nachbarn geleistet. Es zählte auch
später stets zu den besonderen Ereignissen der WASSERFREUNDE, wenn die belgischen
oder holländischen Freunde zu Besuch in Hürth weilten.
Schon ein Jahr früher, 1951, trat man aufgrund einiger aktiver Kanuten im Verein
dem Deutschen Kanuverband bei. Wenn die Kanuten auch ihren Hauptaugenmerk dem Wandersport widmeten, so blieben Erfolge nicht aus. Immer wieder fanden sich Individualisten, die erfolgreich bei Abfahrts- oder gar Slalomrennen starteten.
Aber stets stand der Wandersport im Vordergrund.
Wo ist man auch der Natur näher, als im "Paddelboot" auf wildromantischen Flüssen,
reißenden Bächen oder breiten, ruhigen Strömen, auf Zeltplätzen, die abgeschieden
vom Rummel des modernen Camping liegen?
Schwimmsportlich blieben bei den WASSERFREUNDEN die ganz großen Erfolge zwar
aus, dafür wurde die Geselligkeit im Verein um so emsiger gefördert.
Vereinsabende im Naturfreundehaus Kendenich gehörten ebenso zum Programm wie
die berühmt-berüchtigten "Gemütlichen" und "Kostümfeste".
1960 ...
Auch bei den WASSERFREUNDEN verstummte der Ruf nach einem Zusammenschluß
nicht. Längst waren alte Vorurteile beseitigt, die Jugend verstand sich prächtig, wie es sich auch am Hin und Her der Vereinswechsel ablesen ließ. Der Erfolg sollte trotzdem
noch auf sich warten lassen.
Die Zeit wurde sportlich genutzt.
Nach langen Jahren des Wartens erzielten Aktive der WASSERFREUNDE wieder Erfolge
auf Kreis- und Bezirksebene.
Trumpf-As des Vereins war jedoch die Wasserballmannschaft.
1963 wurde die Bezirksmeisterschaft errungen und damit der Aufstieg zur Landesliga.
Mit viel Glück wurde 1964 der Abstieg vermieden, 1965 klappte es schon besser, so
daß der Klassenerhalt mit in die Fusion eingebracht werden konnte.
In der Vereinsführung hatte sich ein Generationswechsel vollzogen, einige "Junge"
hatten verantwortliche Aufgaben übernommen, Mathias FISCHER stand an der Spitze
des Vorstandes. Mit Unterstützung der Jugend kannte auch er nur das eine Ziel:
Einheit im Hürther Schwimmsport !
Manch harte Vorstandsdebatte folgte, die Mitgliederversammlung gab erst nach
härtesten Auseinandersetzungen mit knapper Mehrheit grünes Licht für Vorgespräche.



1966---
Die beiden Vorsitzenden Fischer und Langen hatten sich geeinigt, am 10. Mai 1966
zu einer gemeinsamen Vorstandssitzung einzuladen.
Im "Jägerhof" Hürth trafen sich die Vorstände. Auch DSV-Vizepräsident Hermann
HENZE wohnte der Aussprache bei und empfahl leidenschaftlich einen Zusammenschluß, auch im Sinne des gesamten Deutschen Schwimmsports, als sportliche Vertretung. der Vereine SPARTA und WASSERFREUNDE.
Das Ergebnis dieser Zusammenkunft war die Bildung der
STARTGEMEINSCHAFT HüRTH
Schwimmer und Wasserballer traten als geschlossene Mannschaft auf. Wieder einmal
machte Hürth's Schwimmsport von sich reden.
Für die Vorstände überstürzten sich jetzt die Ereignisse!
Drei Ausschüsse (Verwaltung und Sport arbeiteten, der für "Geselliges" stand nur auf
dem Papier), sollten die Grundlagen schaffen für eine endgültige Verschmelzung. Eine
Besprechung jagte die andere. Eine wahrhaft turbulente Zeit für die "Verantwortlichen".
Aber der Erfolg der gemeinsamen Bemühungen stand kurz bevor. Die von der Jugend sehnlichst erwartete Fusion stand vor der Tür.
7. November 1966
Nach dem Vereinsrecht war eine Fusion nur über eine Neugründung möglich. Die
alten Vereine mußten zuvor aufgelöst werden.
So trafen sich denn die Mitglieder der SPARTA im Rheinischen Hof, während die
WASSERFREUNDE im Jägerhof zusammenkamen. Es galt mehr oder weniger nur
Formalitäten zu erfüllen. Die Vereinsvermögen wurden ermittelt und an gewählte
Liquidatoren übertragen, die Vereine nach satzungsgemäßen Beschlüssen aufgelöst.
Nach 36jähriger Vereinsgeschichte hatten SPARTA und WASSERFREUNDE aufgehört
zu existieren!
Im Rheinischen Hof trafen sich Hürth's Schwimmsportler, um den Schlußstrich unter
die jahrelangen Bemühungen zu tun, den

SCHWIMM-CLUB HüRTH 1930 e. V.

aus der Taufe zu heben.
Zwar war es nicht möglich gewesen, alle Mitarbeiter der alten Vereine auch für den
neuen Verein zu gewinnen, doch hatte die Mitgliederversammlung keine Schwierigkeiten, einen arbeitsfähigen Vorstand zu wählen.

So wurden in den geschäftsführenden Vorstand gewählt:
Johannes Langen (Vorsitzender), Mathias Fischer und Heinz-Josef Kraft (stellvertr.
Vorsitzende), Rudi Weyers (Geschäftsführer), Heinz Conrad (Schatzmeister), Fred
Glaß (Sportlicher Leiter) und Peter-Josef Hemmelrath (Jugendwart).
Die Arbeit galt zunächst und vorrangig organisatorischen Aufgaben. Die Mitglieder
waren neu zu erfassen, Beitragsfragen zu klären, die Übungsstunden zu vereinbaren.
Nicht ohne Schwierigkeiten verliefen die ersten Vorstands-Sitzungen, doch das gemeinsame Wollen und ein ständig mahnender, drängender Vorsitzender sorgten
immer wieder für ein Zusammenraufen.
Wenn die alten Vereine rein rechnerisch zusammen ca. 1200 Mitglieder hatten, so
mußte der SCHWIMM·CLUB doch zunächst mit "nur" ca. 500 Mitgliedern beginnen,
die sich um- bzw. angemeldet hatten.
1967 ...
Erstmals wird im November 1967 eine Vereinszeitschrift herausgegeben. Auf sportlichem Gebiet bleiben die ganz großen Erfolge aus. Bei den Bezirksmeisterschaften
gehen die SCH-Aktiven leer aus.
Bei den Jahrgangsnieisterschaften im Herbst in Hürth gibt es die ersten Erfolge. Die
Wasserballer behaupten sich in der Landesliga und gewinnen erstmals den Wanderpokal der FREIEN-SCHWIMMER WUPPERTAL.
Eine Schüler-Wasserballmannschaft nimmt mit bestem Erfolg an der Meisterschaftsrunde teil und belegt punktegleich mit dem Ersten Platz zwei.
Das Lehrschwimmbecken Efferen wird seiner Bestimmung übergeben. Wir bieten dort
erstmals Unterricht für Kleinkinder an und starten den ersten Versuch der Nichtschwimmerausbildung auf Lehrgangsbasis.
Johannes LANGEN stiftet einen ewigen Wanderpokal, der alljährlich der Schwimmerin
bzw. dem Schwimmer verliehen wird, der in einem Einzelrennen die relativ beste
Zeit erreicht hat.
Hermann-Josef FISCHER wird erster Gewinner dieses Wanderpokals.
Mit Klaus-Dieter SURES übernimmt ein Absolvent der Deutschen Sporthochschule die
Trainingsleitung. Auf Initiative des Sportlichen Leiters Fred GLASS wird der KREISSCHWIMMVERBAND aus der Taufe gehoben.
Die Mitgliederzahl steigt bis Ende des Jahres auf ca. 950 an.
1968 ...
Die Vereinszeitschrift erhält den Namen HüRTHER WASSERSPRITZE und erscheint
fortan einmal im Quartal.
Bei den Kreismeisterschaften erringen SCH-Aktive von 16 möglichen Titeln 12!
Die Bezirksmeisterschaften enden mit einigen guten Plazierungen.

An den Kreis- und Bezirksjahrgangsmeisterschaften nimmt der SCH mit besten Erfolg
teil. Durch die Erfolge aufgemuntert wird zu den WSV-Jahrgangsmeisterschaften
gemeldet. Einige vordere Plätze belohnen die Bemühungen.

Die Wasserballer erreichen das Aufstiegsturnier zur Verbandsliga. Doch in Krefeld-Uerdingen müssen sie sich mit dem vierten Platz zufrieden geben und ihre Hoffnungen auf das nächste Jahr verschieben!
Die Kanuten errangen endgültig den Wanderpreis des Bezirks Köln-Aachen für den aktivsten wandersporttreibenden Verein!
Am 4. März wird das 1000ste Mitglied registriert.

1969, ..
Das Lehrschwimmbecken Fischenich wird seiner Bestimmung übergeben. Wir beginnen dort mit dem Lehrbetrieb; Nichtschwimmerausbildung für Kinder, Frauen und Männer, Kleinkinderschwimmen, Sportschwimmen und Erwachsenenschwimmen stehen auf dem Programm.
Den Übungsbetrieb in Efferen stellen wir ein.
Erstmals fordern wir bereits im Frühjahr ein 50-m-Hallenbad für Hürth!
Die Mitgliederhauptversammlung bringt einige Veränderungen im Vorstand. Einige
Mitarbeiter waren in den beiden ersten Jahren von ihren Posten zurückgetreten oder stellten sich nicht mehr zur Wahl.
Neu in den Vorstand kamen Bernd Räcke (Jugendwart), Toni Knott (2. Geschäftsführer).
Resi Kraft (Mädelwartin), Gert Fuchs (AH-Wart).
Rudi Weyers tritt kurze Zeit später zurück. Toni Knoll wird mit der kommissarischen
Wahrnehmung der Aufgaben des Geschäftsführers beauftragt.
Die Schwimmer konnten sich bei den Kreismeisterschaften wieder erfolgreich
behaupten, bei den Bezirksmeisterschaften klappte es noch nicht so richtig. Bei einer
großen Anzahl von Veranstaltungen konnte die Leistungssteigerung unter Beweis
gestellt werden.
Die Wasserballer scheitern wieder in Krefeld-Uerdingen in einem Entscheidungsspiel;
zum zweiten mal war der Aufstieg verpaßt.

Heinz CONRAD und Engelbert KLEIN werden für ihre Arbeit für den Schwimmsport
mit der Silbernen Ehrennadel des Westdeutschen Schwimm-Verbandes ausgezeichnet.
Das Stiftungsfest im November, die Kindersitzungen im Frühjahr sowie die Weihnachtsfeier gehören zu den Höhepunkten der Gesellschafts- und Jugendpflege. Eine
Abschlußfeier der Sportjugend wird erstmals mit Erfolg durchgeführt.
1970 .. _
Nach dem zaghaften Versuch eines Ferienaufenthaltes im Vorjahr in Paderborn erstmals
ein 14-tägiger Aufenthalt mit über 30 Kindern und Jugendlichen in Kelheim.
Alle Ratsfraktionen des Hürther Rates befürworten ein 50-m-Hallenbad!
Der Bürgermeister glaubt in einem Interview, daß die ersten Wettkämpfe in 5 Jahren
durchgeführt werden können!
Erste Erfolge bei den Bezirksmeisterschaften: Peter LIEBERTZ wird Meister über
200 m Rücken. Weitere gute Plazierungen und ein erfolgreiches Abschneiden bei den
Jahrgangsmeisterschaften lassen für die Zukunft hoffen.
Die Erfolge bei den Kreismeisterschaften bestätigen diese Zuversicht.
Bei den Bezirksmeisterschaften holen Peter LIEBERTZ {200 m Rücken}. Günter
KNOTT (200 m Lagen) und Bernd Räcke (400 m Lagen) drei Titel nach Hürth.
Weitere 1 zweite und 5 dritte Plätze bestätigen die ansteigende Tendenz.
Zu den Westdeutschen Meisterschaften kann erstmals eine Meldung abgegeben
werden.
Trainer Klaus-Dieter SURES stellt seine Tätigkeit ein. Mit Hans-Josef SCHNEPPENHEIM
und Peter GRÜNWALD werden geeignete Nachfolger gefunden.

Die Mitgliederzahl ist auf 1255 angestiegen, davon ca. 50 % Kinder und Jugendliche.
Noch ist kein Stillstand abzusehen .

Zum Schluß
Zahlen, Ergebnisse und Ereignisse haben die Fusion gerechtfertigt. Die große
Clubfamilie ist zu einer organischen Einheit zusammengewachsen.
Sportlich und gesellschaftlich ist unser Verein ein Bestandteil seiner Heimatgemeinde
Hürth, mit der er in allen Schichten der Bevölkerung, bei jung und alt, eng verbunden
ist.
Über die Grenzen der Heimat hinaus wird er immer da sein, wenn es gilt Ziele des
Schwimmsports und des gesamten Sportgeschehens zu erreichen.


[Quelle: Abschrift aus der Vereinszeitschrift zum 40-jährigen Bestehen des SC-Hürth im Jahre 1970]


22.11.2017 um 02:57 Uhr nach UTC +1 - Load: 120ms - Queries: 25